St. Maria
Pfarrzentrum, Ins (CH)
Bauherr: Kirchgemeinde Seeland Lyss  
BGF: 2.301qm
offener Wettbewerb 2017













Eine städtebauliche Besonderheit dieser Aufgabenstellung befindet sich darin, die in zweiter Reihe liegende Kirche in ein neues gesamtheitliches Konzept einzubinden. Bisher wurde dieser in annähernd voller Breite vom heterogenen Pfarrgebäude verdeckt. Die Idee dieses Entwurfes soll vor allem der Pfarrei eine neue Identität verleihen und die Kirchenansicht durch den Pfarrhof frei spielen.

Ebenfalls ortsbestimmend ist die Steinmauer entlang des Fauggerswegs, an die dieser Entwurf anknüpft. Eine Balance zwischen der bestehenden Introvertiertheit und den neuen offenen Raumsequenzen bilden die Grundlage unseres Konzeptes.

Die Abfolge von Strassenraum entlang der Steinmauer, über den Pfarrhof als Gelenk bis hin über die Aussentreppe zum Gartenplatz, der sich zwischen dem Kirchenportal und dem Gemeindesaal aufspannt, sind sowohl Adresse als auch Aussenräume unterschiedlicher Qualität für alle Gemeindemitglieder.


Von aussen betrachtet bindet sich das neue Gemeindehaus in die Flucht des Fauggerswegs ein. Die Stellplätze entlang der Strasse entsprechend des Bestandes sehen wir als weiterhin wirtschaftliche und passende Lösung für diesen Ort. 


Wesentlich mehr Qualität bietet nun die gestaltete Schnittstelle zwischen Strassenraum und Kirchenensemble.



Das Gebäude wächst homogen aus der Steinmauer und bildet dahinter zwei klosterartig umfriedete Höfe - zum einen der große Pfarrhof, der sowohl im Alltagsgeschehen als auch neben dem Gartenplatz für Veranstaltungen Raum bietet, und zum anderen der Patio auf der gegenüberliegende Seite mit direktem Bezug zum Schulungsraum.

Darüberliegend befindet sich der Gemeindesaal, der auf dem oberen Niveau als eingeschossiger Pavillon in Erscheinung tritt und direkten Bezug zum Garten und zur Kirche hat. Die beiden Ebenen verbindet ein Luftraum durch das Foyer.

Die Sakristei vervollständigt das Raumprogramm und gliedert sich an bestehender Position als ein ebenfalls aus der Mauer gewachsener Raum in das neue Gesamtkonzept ein.

Die Umfriedung, die gleichzeitig den Sockel der Pfarranlage bildet, wird in einfachem Backstein angedacht. Die darauf sitzenden Gebäudeteile Saal und Sakristei sind sowohl konstruktiv als auch gestalterisch aus Holz und halten sich gestalterisch zu Gunsten der schützenswerten Kirche zurück.

Auch die Innenräume bleiben schlicht und zurückhaltend. Weiss geschlemmte Wände und hell lasierte Rohdecken geben der Durchwegung und den Hof- und Gartenbezügen Vorrang.



Durch einfache Innen- und Aussenräume mit unterschiedlichsten Qualitäten sehen wir das Gemeindehaus für Anlässe jeglicher Größe als auch für die tägliche Nutzung solide und flexibel einsetzbar.

Die Substanz der bestehenden Kirche wird vollumfänglich belassen. Lediglich die Sakristei wird neu gestaltet. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Lage dieses Anbaus nahezu identisch bleibt, so dass sämtliche Installationen und Anschlüsse bestehen bleiben können.
Nach dem Rückbau des Pfarrhauses wird die entstehende Grube zum Pfarrhof ausgebaut. Der Neubau kann unkompliziert am Hang erstellt werden. Statisch und technisch ist das Gebäude strukturell sehr einfach und angemessen geplant.



Mitarbeit: Maximilian Peters